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„Vor der Photographie” ist die Idee, einem bisher namenlosen Feld einen Namen zu geben. Diese Notwendigkeit ergibt sich nicht durch unsere Ordnungsliebe, sondern erwächst aus der Frage, wie Kunst bezeichnet werden soll, die sich mit Fotografie beschäftigt, ohne selbst Fotografie im herkömmlichen Sinn zu sein.

Wir leben in einem Universum technischer Bilder, ohne derenGrundlagen, Bedingungen und Implikationen hinreichend verstanden und diskutiert zu haben. Um diesen Diskurs führen zu können, ist es notwendig die Fotografie selbst zum Thema zu machen. Wir müssen das Phänomen Fotografie durchdringen, um nicht zurückblicken und festzustellen zu müssen, dass schon wieder der Auslöser gedrückt wurde und wir erst nichts verstanden haben.

Diesem Gedanken liegt unser prozesshaftes Verständnis der Fotografie zugrunde. Fotografie ist nicht das Abbild, das am Ende eines optischen, chemischen, oder elekrischen Prozesses steht. Wir begreifen die Fotografie in ihrem ursprüngliches Sinn des Wortes. Im photo-graphischen Prozess wird der Begriff Licht (Phos) mit dem Zeichnen (graphein) konfrontiert. Daraus entsteht eine Praxis die voller Rätsel ist. Die vorliegende Publikation, die im Nachgang zu einer Ausstellungsreihe in Wien entstanden ist, soll einen Beitrag zur Beschreibung und Aufklärung dieser Mysterien sein.

Johannes Raimann
www.johannes-raimann.at

Bastian Schwind
www.bastianschwind.com

info@prephotography.org