Fotografie ist eine Haltung

Johannes Raimann

2016

5:30 min

video installation

cooperation with Hannah Kickert

Vor dem Hintergrund des neues Materialismus und dem Gefangensein in der Metapher stellt sich die Frage nach der Produktion des Bildes neu. Ein Bild zu machen ist ein körperlicher Akt. Die spezifisch körperliche Produktion der Photographie wird untersucht. Die Geste des Photographierens hat auch eine ästhetisch-tänzerische Komponente – sowie das Tanzen auch eine bildnerische hat. Die spezifische Mensch-Maschine Interaktion der Photographie wird untersucht. Jede Apparatur erzeugt eine spezifische Haltung. Der Körper benutzt die Maschine und die Maschine benutzt den Körper – eine Wechselwirkung – Wie ein Tanz! Die Geste der Photographie ist zur Choreographie geworden. Die Rollen sind dynamisch – führen und geführt werden. Wer betrachtet wen? Die Betrachtenden können den Raum verlassen – Die Photographin tritt auf und ab. Körper, Bild und das Bedienen des Photoapparates sind tanzend verbunden. 

In the light of new Materialism and the inevitability of Metaphors the question of the production of imaged newly arises. To produce an image is a physical act. This special physical production is explored. The gesture of photographing has an aesthetic, dance-like quality, as well as dancing has an image-like quality. The human–apparatus interaction of photography is investigated. Each apparatus provokes a certain posture. The body uses the apparatus and the apparatus uses the body – an interaction – like a dance! The gesture of photgraphy becomes a choreography. The roles are dynamic – lead and to be led. Who watches? Who performs? The viewer can leave the room – the photographer appears and leavs the stage. Body, image and the operating of the photographic apparatus is dancingly connected.

die Photographie ist eine metallische Kunst, oder im Schweiße meines Angesichts

Johannes Raimann

2018

wall object: steal, silver

42 x 40 cm

Die Geschichte der Photographie ist eng mit der Geschichte der Metallverarbeitung verbunden. Die Photographie ist ein Kind der Industrialisierung. Ihren Ursprung verdanken wir einer Auseinandersetzung mit chemischen und physikalischen Prozesse.Mit zunehmend komplexer werdenden Arbeitsabläufen war es möglich photographisches Material industriell herzustellen.Ein vielfach arbeitsteiliger Prozess ist die Voraussetzung um ein komplexes Produkt wie Silber-Gelatine-Filme herzustellen. Darüberhinaus wird allzu oft vergessen, dass der Kern dieses Produktes tatsächlich Silber – ein Metall ist. Um diese Verbindung sichtbar zu machen habe ich mich entschieden ein Wandobjekt zu schmieden. Der Teil der Photographie der gewöhnlich aus Alu-Verbund-Paletten und Aluleisten bestehen hab ich aus Stahl mit Hammer, Feuer und Muskelkraft geschmiedet. Anschließend wurden Teile der Vorderseite versilbert. Das Bild besteht nun ausschließlich aus Metallischen Komponenten. Die Oberflächen werden nicht versiegelt. Der Oxidation-Prozess der in der Fotografie das Bildsilber erzeugt findet permanent statt – er wird nur sehr langsam von statten gehen, da er nicht chemisch durch einen Entwickler beschleunigt  wird.