Reflection is the focal point where photography and thought meet. Reflection is a quality of any surface. Endless light beams have the potential to change their direction. I see myself. I know myself. I produce an image. I produce my image. My image is light – My thoughts are beams. My structure is fragmentary – I understand it. It‘s substance is light. I‘m the echo chamber. All along light, substance and technology …
Petzval 01 beschäftigt sich mit der wichtigsten Erfindung von Josef Petzvaal. Seine bekannteste Erfindung ist das Petzval-Objektiv (1840). Mit diesem Objektiv war es zum ersten Mal möglich Belichtungszeiten von unter einer Minute zu realisieren. Für die frühe Portraitfotografie war dies der entscheidende Durchbruch. Petzval gelang dies, indem er zum ersten Mal ein Objektiv berechnen ließ. Hierfür heuerte er ein Dutzend Artilleriekanoniere an. Diese waren geübt im Lösen von Differenzialgleichungen zum Berechnen von Geschossbahnen. Die Herstellung dieses Objektivs übernahm der wiener Optiker Peter Wilhelm Friedrich von Voigtländer unter Zuhilfenahme einer von Joseph von Fraunhofer entwickelten Technik zu Berechnung von Lichtbrechungseigenschaften. Ich halte dieses Objektiv aus mehreren Gründen für bemerkenswert: Zum einen zeigt es wie die Wissenschaft, die Kunst und das Militär über panoptische (Michel Foucault) Techniken miteinander verknüpft ist, und zum anderen ist es ein Zeugnis einer technisch-kulturellen Wende, die unsere Sehgewohnheiten für immer verändert hat.
Das Objektiv ist für mich aber auch als Objekt interessant. Mein besonderes Interesse gilt dem Aspekt der Sichtbarkeit (physikalisch wie philosophisch betrachtet). Die Unsichtbarkeit des Objektivs ist die Bedingung für ein gelungenes Foto. Objektiv sein bedeutet keine Perspektive einzunehmen. Insofern ist das Objektiv alles andere als objektiv. Wer sichtbar ist verbirgt seinen Hintergrund. Was unsichtbar ist verbirgt sich selbst. Es zeigt sich, dass das Objektiv einen dialektischen Bezug zur (Un-)Sichtbarkeit hat. Die mathematischen Berechnungen ermöglichten, dass Objektive immer unsichtbarer wurden. Das fotografische Bild scheint Fakten einzufangen. Gleichzeitig ist es ein Produkt spezifischer ökonomischer, politischer und intellektueller Produktion.
Die Messpunkte, die zur digitaltechnischen Kontrolle des Bildes im Sucher einer Nikon D800 erscheinen, werden in der gleichnamigen Arbeit ganz materiell ins Bild gesetzt, als Messpunkte aus Edelstahl, die man zur Geländevermessung benutzt. Die digitale und virtuelle Oberfläche im Sucher und auf dem Display der Kamera wird hier ästhetisch und ganz materiell in das Bild zurückübersetzt, mit den sonst unscheinbaren Metallpunkten, die auf dem dem Bürgersteig die unsichtbare Ordnung des Raumes anschaulich werden lassen.
aus: Nicolas Oxen “Dynamiken eines fotografischen Materialismus”
Robert Bodnar in Zusammenarbeit mit: Marek Bozuk / Alexander Meiksner
2019
Maße variabel
Omnigrafie: Alles ist Zeichen. Und dementsprechend lässt sich alles zeichnen – gr.: omni graphein. Sprich, die Omnigrafie versucht (nebst einer methodischen Operationalisierung der Phantasie für Zwecke der Wissenschaft) eine Umkehr des klassischen künstlerischen Prozesses zu bewerkstelligen: anstatt ein einzelnes konkretes Werk mit gewissen verwendeten Zeichen zu erfinden, konstruiert die Omnigrafie auf kombinatorischem Wege alle möglichen Werke einer bestimmten Zeichengruppe.
An diesem Punkt angelangt, fangen nun die Probleme an. Weder lassen sich vollständige Mengen auch nur einer halbwegs größeren Gruppe von Zeichen tatsächlich konstruieren, da die permutierten Kombinationen schier ungeheure Ausmaße erreichen (Zahlen-Größenordnungen wie die vielfache Anzahl aller Atome des Universums sind keine Seltenheit), noch können wir sinnvolle Kombinationen von „unsinnigen“ ohne weiteres unterscheiden: der Großteil aller möglichen Kombinationen ist vmtl. eher eine Art „Zeichenmüll“ als etwas, das wir als Werk bzw. Objekt bezeichnen würden. So wäre ein vollständiges Omnigramm eines z.B. herkömmlichen Fotos, also alle möglichen Pixel-Kombinationen eines Fotos, nicht nur jenseits der Berechenbarkeit (transcomputational), sondern der Großteil der konstruierten Fotografien würde wahrscheinlich dem weißen Rauschen eines Fernsehers entsprechen bzw. etwas Ähnlichem. Nichtsdestotrotz würde sich auch das Porträt jedes Menschen, also aller vergangenen, gegenwärtigen, zukünftigen und nie existierenden Menschen, in der Gesamtmenge befinden und das in allen erdenklichen Variationen – allerdings ohne einfach so „auffindbar“ zu sein.
hand made print on fibre based black & white paper
31×28 cm (framed)
In the work “Photogram of Photography” I took a 4×5 inch black and white negative film and laid a mirror with the exact same size on top of it. Then i switched on the light in in the dark room for a few seconds. Now the light comes in through the sides of the mirror and reflects between the film and the mirror. it gehts less towards the middle. The brighter spots in the middle come from microscopic fat traces of my skin in the air. The danders work like glass fiber and conduct the light into the middle of the image. Then I took the negativ film, developed it, and placed it directly on light sensitive baryta paper. The notches on the top left corner give haptic feedback and give an indication of the type of film and its orientation when you handle it in the dark.
exposed negatives, lightproof packed, various formats, frames behind glas
each 52 x 42 cm
In his photographic series ‘Latente Bilder’ Bastian Schwind identifies and subverts the conventions of photographic vision. The exposed negatives are rapped in a light impermeable foil. The seemingly ‘blank’ images are shown in a latent stage in which pictorial information is captured without being disclosed. The artist plays with the certainty that an image exists outside conventional frames of perception and information exchange. The works become a purely subjective form of interpretation, in which titles guide imagination and associations to visualize the latent scenery. The images thereby transcend their inevitable function as a document, and become part of a mutually constitutive dialogue with the beholder. This might highlight, in general, the individual reality that persists in the automated and objective medium of photography. By reducing content and form to the conceptual idea of visual information, the artworks confront the perceptive habits and normative frames of interpretation. The works thereby challenge the boundaries of our conception of what defines a pictorial information exchange and photography as such.
Vor dem Hintergrund des neues Materialismus und dem Gefangensein in der Metapher stellt sich die Frage nach der Produktion des Bildes neu. Ein Bild zu machen ist ein körperlicher Akt. Die spezifisch körperliche Produktion der Photographie wird untersucht. Die Geste des Photographierens hat auch eine ästhetisch-tänzerische Komponente – sowie das Tanzen auch eine bildnerische hat. Die spezifische Mensch-Maschine Interaktion der Photographie wird untersucht. Jede Apparatur erzeugt eine spezifische Haltung. Der Körper benutzt die Maschine und die Maschine benutzt den Körper – eine Wechselwirkung – Wie ein Tanz! Die Geste der Photographie ist zur Choreographie geworden. Die Rollen sind dynamisch – führen und geführt werden. Wer betrachtet wen? Die Betrachtenden können den Raum verlassen – Die Photographin tritt auf und ab. Körper, Bild und das Bedienen des Photoapparates sind tanzend verbunden.
In the light of new Materialism and the inevitability of Metaphors the question of the production of imaged newly arises. To produce an image is a physical act. This special physical production is explored. The gesture of photographing has an aesthetic, dance-like quality, as well as dancing has an image-like quality. The human–apparatus interaction of photography is investigated. Each apparatus provokes a certain posture. The body uses the apparatus and the apparatus uses the body – an interaction – like a dance! The gesture of photgraphy becomes a choreography. The roles are dynamic – lead and to be led. Who watches? Who performs? The viewer can leave the room – the photographer appears and leavs the stage. Body, image and the operating of the photographic apparatus is dancingly connected.